Hyong Nr. 1
Chon-Ji 천지 · 天地
„Der Himmel und die Erde"
- Gürtelgrad
- 10. Kup (Weißgurt)
- Prüfung zum
- Weiß-Gelbgurt
- Bewegungen
- 19
Herkunft und Bedeutung
Chon-Ji bedeutet übersetzt „der Himmel und die Erde”. Es ist ein Symbol für die Erschaffung der Erde und den Beginn der Menschheit. „Cheonji” ist zudem der Name eines großen Vulkansees im Baekdu-Gebirge im heutigen Nordkorea.
Der Himmelssee Cheonji
Der Himmelssee Cheonji liegt im Krater des Baekdu-san, eines erloschenen Vulkans an der Grenze zwischen Nordkorea und China. Mit einer Höhe von rund 2.190 Metern zählt er zu den höchstgelegenen Kraterseen der Erde und gilt als einer der bedeutendsten Natur- und Kulturschätze Koreas.
Der Baekdu-san gilt als der heiligste Berg Koreas und wird als Wiege der koreanischen Nation verehrt. Er ist eng mit der Gründungslegende um Dan-Gun verbunden: Der Überlieferung nach soll hier Hwanung, der Sohn des Himmels, zur Erde herabgestiegen sein. Sein Sohn Dan-Gun, der sagenhafte Gründer des ersten koreanischen Königreichs Gojoseon, wird deshalb eng mit dem Baekdu-san und dem Himmelssee in Verbindung gebracht.
Himmel und Erde als philosophisches Prinzip
In der ostasiatischen Philosophie stehen Himmel und Erde für die beiden grundlegenden Kräfte, aus deren Zusammenspiel alles Leben hervorgeht. Der Himmel verkörpert das Geistige, Licht und Ordnung, während die Erde für Materie, Fruchtbarkeit und das Leben selbst steht. Diese beiden Prinzipien entsprechen den Gegensätzen von Yang und Yin, die sich nicht bekämpfen, sondern ergänzen. Der Mensch nimmt zwischen Himmel und Erde eine vermittelnde Stellung ein.
Das kreuzförmige Laufdiagramm der Form wird von manchen Autoren als symbolische Darstellung dieses Prinzips interpretiert: die waagrechte Linie repräsentiert die Erde, die senkrechte Linie den Himmel. Zusammen bilden sie ein Kreuz, das die Vereinigung beider Prinzipien darstellt.
Bewegungsablauf
Ausgangsstellung: geschlossene Achtungsstellung (Moa Sogi) → schulterbreite parallele Vorbereitungsstellung (Narani Junbi Sogi).
| # | Bewegung | Stellung | Technik |
|---|---|---|---|
| 1 | Tiefer Block mit der linken Elle | Chongul (links) | Chongul Hadan Palmok Makki |
| 2 | Mittelhoher Fauststoß rechts | Chongul (rechts) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 3 | Tiefer Block mit der rechten Elle | Chongul (rechts) | Chongul Hadan Palmok Makki |
| 4 | Mittelhoher Fauststoß links | Chongul (links) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 5 | Tiefer Block mit der linken Elle | Chongul (links) | Chongul Hadan Palmok Makki |
| 6 | Mittelhoher Fauststoß rechts | Chongul (rechts) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 7 | Tiefer Block mit der rechten Elle | Chongul (rechts) | Chongul Hadan Palmok Makki |
| 8 | Mittelhoher Fauststoß links | Chongul (links) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 9 | Mittelhoher Block mit der linken Speiche | Hugul (rechtsgerichtet) | Hugul Chungdan Anpalmok Yop Makki |
| 10 | Mittelhoher Fauststoß rechts | Chongul (rechts) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 11 | Mittelhoher Block mit der rechten Speiche | Hugul (linksgerichtet) | Hugul Chungdan Anpalmok Yop Makki |
| 12 | Mittelhoher Fauststoß links | Chongul (links) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 13 | Mittelhoher Block mit der linken Speiche | Hugul (rechtsgerichtet) | Hugul Chungdan Anpalmok Yop Makki |
| 14 | Mittelhoher Fauststoß rechts | Chongul (rechts) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 15 | Mittelhoher Block mit der rechten Speiche | Hugul (linksgerichtet) | Hugul Chungdan Anpalmok Yop Makki |
| 16 | Mittelhoher Fauststoß links | Chongul (links) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 17 | Mittelhoher Fauststoß rechts | Chongul (rechts) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 18 | Mittelhoher Fauststoß links (Schritt zurück, rechter Ellbogen stark angezogen) | Chongul (links) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 19 | Mittelhoher Fauststoß rechts (Schritt zurück, linker Ellbogen stark angezogen) | Chongul (rechts) | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
Rückkehr in die Vorbereitungsstellung, danach zurück in die Achtungsstellung.
Techniken in dieser Form: tiefer Block mit der Elle in der Gangstellung · mittelhoher Fauststoß in der Gangstellung · mittelhoher Block mit der Speiche in der L-Stellung. Chon-Ji führt als erste Form nur diese drei Grundtechniken ein, kombiniert sie aber in wechselnder Reihenfolge zu einem vollständigen Bewegungsablauf.
Video
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Der Bewegungsablauf von Chon-Ji ist hier aus der Front- und der Seitenansicht zu sehen.
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Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen: Chon-Ji
Wie viele Bewegungen hat Chon-Ji?
19 Bewegungen.
Was bedeutet „Chon-Ji"?
„Der Himmel und die Erde" – Sinnbild für die Erschaffung der Welt und den Beginn der Menschheit.
Warum ist Chon-Ji eine Ausnahme unter den Hyong?
Anders als die meisten Formen ist sie nicht nach einer historischen Persönlichkeit benannt, sondern nach dem philosophischen Um-Yang-Prinzip (Yin-Yang) der Gegensätze.
Was symbolisiert das kreuzförmige Laufdiagramm?
Die waagrechte Linie steht für die Erde, die senkrechte für den Himmel – gemeinsam bilden sie das Kreuz als Sinnbild der Vereinigung beider Prinzipien.