Hyong Nr. 7

Toi-Gye 퇴계 · 退溪

„Zurückfließendes Wasser"

Grün-blauer Taekwon-Do Gürtel
Gürtelgrad
5. Kup (Grün-Blaugurt)
Prüfung zum
Blaugurt
Bewegungen
37
Laufdiagramm der Form Toi-Gye

Herkunft und Bedeutung

Toi-Gye ist der Schriftstellername des Gelehrten Yi Hwang (1501–1570), der neben seinem Zeitgenossen Yi I (1536–1584, siehe Yul-Gok Hyong) eine Autorität des Neokonfuzianismus in Korea darstellte. Er galt als Wunderkind, da er bereits in jungen Jahren tiefe Einsicht in die philosophischen Lehren erlangte und als Poet erfolgreich war. Sein beliebtestes Thema als Autor war die Schönheit der Natur, der Berge und Flüsse; sein berühmtestes Werk war das Gedicht Yadang („Teich im Wind”).

Die 37 Bewegungen der Hyong beziehen sich nach offizieller Sichtweise auf den Geburtsort von Yi Hwang auf dem 37. Breitengrad. Eine andere Deutung (Stuart Anslow, „From Creation To Unification”) stellt auf die 37 Jahre ab, in denen Yi Hwang eine einflussreiche Person in seinem öffentlichen politischen Wirken war (vom 33. bis zum 70. Lebensjahr). Das Laufschema ist das Zeichen für das Wort „Gelehrter”.

Ein Leben zwischen Gelehrsamkeit und Politik

Im Alter von 33 Jahren widmete sich Yi Hwang verstärkt politischen Themen und bekleidete bis zu seinem Tod mit 70 Jahren viele öffentliche Ämter. Da er sich jedoch oft von politischen Machtspielchen enttäuscht sah, entledigte er sich seines Amtes, wenn es ihm mit seinen moralischen Grundsätzen unvereinbar erschien – so brachte er es zeit seines Lebens auf 29 verschiedene Positionen im öffentlichen Dienst. Während seiner gesamten Lebenszeit widmete er sich jedoch ununterbrochen seinen eigenen Studien und dem Unterricht seiner Schüler.

An mancher Stelle wird spekuliert, dass die Doppelarmtechniken der Toi-Gye-Übungsform Yi Hwangs Philosophie von Qi und Li darstellen: Während ein Arm die Technik dominiert, unterstützt der andere Arm ihre Ausführung.

Neokonfuzianismus

Der Neokonfuzianismus ist eine religiös-philosophische Lehre, deren Ursprünge im Konfuzianismus liegen, die jedoch auch starke Einflüsse aus Buddhismus und Daoismus aufweist. Der Neokonfuzianismus setzte sich seit dem 10. Jahrhundert in China an die Stelle des Buddhismus. In Korea, das den Konfuzianismus schon sehr früh importiert hatte, sind besonders Yi Hwang und Yi I hervorzuheben, die die Lehren des chinesischen Neokonfuzianismus studierten und weiterentwickelten. In der Folgezeit entwickelten sich in Korea unterschiedliche Schulen, die sich teilweise stark bekämpften, was auch Auswirkungen auf die innenpolitische Entwicklung hatte.

Als einer der wichtigsten Vertreter des Neokonfuzianismus gilt Zhu Xi (1130–1200), Begründer einer dualistischen Philosophie mit den Begriffen „Li” (Ordnungsprinzip) und „Qi” (Materie). Li ist das kosmische Ordnungsprinzip, das in allen Dingen vorhanden ist – auch im Menschen, der dadurch grundsätzlich als gut gilt. Um das Gute, das Li, das in jedem von uns ist, auch zu erkennen, bedarf es jedoch moralischen Bewusstseins, das durch das Befolgen des konfuzianischen Moral- und Sittenkodex erreicht wird – dazu gehören eine gute Erziehung sowie das Studium der klassischen Schriften. Qi dagegen gibt Menschen, Tieren und Dingen ihre jeweilige Körperlichkeit. Li kann ohne Qi existieren, Qi jedoch nicht ohne Li.

Bewegungsablauf

Ausgangsstellung: geschlossene Achtungsstellung (Moa Sogi) → geschlossene Vorbereitungsstellung, linke Hand umschließt rechte Faust auf Hüfthöhe (Moa Junbi Sogi B).

#BewegungStellungTechnik
1Mittelhoher linker Block mit der SpeicheHugul, rechtsgerichtetHugul Chungdan Anpalmok Yop Makki
2Tiefer Stich mit der hinteren, rechten umgedrehten SpeerhandChongul (links)Chongul Hadan Twijibo-Gwansu Pandae Tulki
3Kombinationsblock: hoher Block mit der rechten Elle + tiefer Block mit dem linken UnterarmMoaMoa Hadan Makki & Sangdan Pakkatpalmok Yop Makki
4Mittelhoher Block mit der rechten SpeicheHugul, linksgerichtetHugul Chungdan Anpalmok Yop Makki
5Tiefer Stich mit der hinteren, linken umgedrehten SpeerhandChongul (rechts)Chongul Hadan Twijibo-Gwansu Pandae Tulki
6Kombinationsblock: hoher Block mit der linken Elle + tiefer Block mit dem rechten UnterarmMoaMoa Hadan Makki & Sangdan Pakkatpalmok Yop Makki
7Druckvoller Block mit gekreuzten FäustenChongul (links)Chongul Kyochajumok Nullo Makki
8Hoher vertikaler DoppelfauststoßChongul (links)Chongul Sangdan Ssang-Kwon Sewo Chirugi
9Mittelhoher frontaler Schnapptritt rechtsChungdan Ap Cha-Pusigi
10Mittelhoher rechter FauststoßChongul (rechts)Chongul Chungdan Paro Chirugi
11Mittelhoher linker, hinterer FauststoßChongul (rechts)Chongul Chungdan Pandae Chirugi
12Beide Fäuste kräftig an die Seiten heranführen, Ellbogen zeigen zur SeiteMoaMoa Ssang Palkup
13Gleichförmiger Block, rechte Elle vorne (nach links)KimaKima Pakkatpalmok San Makki
14Gleichförmiger Block, linke Elle vorne (nach links)KimaKima Pakkatpalmok San Makki
15Gleichförmiger Block, rechte Elle vorne (nach rechts)KimaKima Pakkatpalmok San Makki
16Gleichförmiger Block, linke Elle vorne (nach rechts)KimaKima Pakkatpalmok San Makki
17Gleichförmiger Block, rechte Elle vorne (nach rechts)KimaKima Pakkatpalmok San Makki
18Gleichförmiger Block, linke Elle vorne (nach links)KimaKima Pakkatpalmok San Makki
19Tiefer Schiebeblock mit den UnterarmenHugul, rechtsgerichtetHugul Hadan Tu-Palmok Miro Makki
20Kopf greifenChongul (links)Chongul Mori Chapki
21Nach oben ausgeführter rechter KniestoßOllyo Mureup Chagi
22Mittelhoher Handkanten-SchutzblockHugul, rechtsgerichtetHugul Chungdan Sudo Taebi Makki
23Frontaler linker Schnapptritt (vorderes Bein)Hadan Ap Cha-Pusigi
24Hoher Stich mit der vorderen (linken) flachen SpeerhandChongul (links)Chongul Sangdan Pyonggwansu Tulki
25Mittelhoher Handkanten-SchutzblockHugul, linksgerichtetHugul Chungdan Sudo Taebi Makki
26Frontaler rechter Schnapptritt (vorderes Bein)Hadan Ap Cha-Pusigi
27Hoher Stich mit der vorderen (rechten) flachen SpeerhandChongul (rechts)Chongul Sangdan Pyonggwansu Tulki
28Hoher rückwärtiger Schlag mit dem Faustrücken (rechts) + tiefer Ellenblock (links)Hugul, rechtsgerichtetHugul Sangdan Rikwon Twi Taerigi
29Druckvoller Block mit gekreuzten Fäusten (im Sprung)KyochaKyocha Kyochajumok Nullo Makki
30Hoher Block mit beiden UnterarmenChongul (rechts)Chongul Sangdan Tu-Palmok Yop Makki
31Tiefer Handkanten-SchutzblockHugul, rechtsgerichtetHugul Hadan Sudo Taebi Makki
32Kreisblock mit der rechten SpeicheChongul (links)Chongul Palmok Tollimyo Makki
33Tiefer Handkanten-SchutzblockHugul, linksgerichtetHugul Hadan Sudo Taebi Makki
34Kreisblock mit der linken SpeicheChongul (rechts)Chongul Palmok Tollimyo Makki
35Kreisblock mit der rechten Speiche (Stellung dreht 90° nach links)Chongul (links)Chongul Palmok Tollimyo Makki
36Kreisblock mit der linken Speiche (Stellung dreht 90° nach links)Chongul (rechts)Chongul Palmok Tollimyo Makki
37Mittelhoher FauststoßKimaKima Chungdan Chirugi

Rückkehr in die Vorbereitungsstellung, danach zurück in die Achtungsstellung.

Erstmals in dieser Form: tiefer Stich mit der hinteren umgedrehten Speerhand in der Gangstellung · rück-seitlicher Schlag mit dem Faustrücken in der geschlossenen Stellung · druckvoller Block mit den gekreuzten Fäusten in der Gangstellung · seitlicher Stich mit beiden Ellbogen in der geschlossenen Stellung · gleichförmiger Block mit beiden Ellen in der Reiterstellung (die sechs W-förmigen Blöcke – ein markantes Merkmal dieser Form, das dem Kraftaufbau im Schultergürtel und der Gegenrotation von Rumpf und Becken dient) · tiefer schiebender Block mit beiden Unterarmen in der L-Stellung · Kopf greifen · nach oben ausgeführter Kniestoß · hoher Stich mit der flachen Speerhand in der Gangstellung · hoher rückwärtiger Schlag mit dem Faustrücken in der L-Stellung · druckvoller Block mit den gekreuzten Fäusten in der Kreuzstellung · tiefer Schutzblock mit beiden Handkanten in der L-Stellung.

Video

Hyong als Video

Der Bewegungsablauf von Toi-Gye ist hier aus der Front- und der Seitenansicht zu sehen.

Frontansicht

Vorschaubild: Toi-Gye Hyong – Frontansicht

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Seitenansicht

Vorschaubild: Toi-Gye Hyong – Seitenansicht

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Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen: Toi-Gye

Wie viele Bewegungen hat Toi-Gye?

37 Bewegungen.

Wer war Yi Hwang (Toi-Gye)?

Ein koreanischer Gelehrter und Dichter (1501–1570), eine der führenden Autoritäten des Neokonfuzianismus in Korea, bekannt für seine Naturgedichte und seinen wiederholten Amtsverzicht aus moralischen Gründen.

Was ist das Besondere an den sechs W-förmigen Blöcken?

Sie sollen den Aufbau von Kraft im Schultergürtel und im Nacken fördern und die Gegenrotation von Rumpf und Becken schulen – ein markantes technisches Merkmal dieser Form.

Wofür stehen die 37 Bewegungen?

Für den Geburtsort von Yi Hwang auf dem 37. Breitengrad – nach einer anderen Deutung für die 37 Jahre seines einflussreichen öffentlichen Wirkens.