Hyong Nr. 13
Yoo-Sin 유신 · 庾信
„General Kim Yoo-Sin"
- Gürtelgrad
- 1. Dan
- Prüfung zum
- 2. Dan
- Bewegungen
- 68
Herkunft und Bedeutung
Yoo-Sin ist General Kim Yoo-Sin (595–673 n. Chr.) gewidmet – wohl dem berühmtesten Kriegshelden aus der koreanischen Dreikönigsära. Als Befehlshaber der Silla-Streitkräfte gelang ihm 668 n. Chr. die Vereinigung der koreanischen Halbinsel zu einem großen Königreich, das zwei Jahrhunderte unter Sillas Herrschaft Bestand hatte. Die 68 Bewegungen der Form beziehen sich auf die letzten beiden Ziffern dieser Jahreszahl.
Eine besondere Symbolik trägt die Ausgangsstellung der Form: Sie beschreibt das Ziehen eines Schwertes auf der rechten – also der „falschen” – Seite. Dies verweist auf einen unschönen Umstand in Kims Feldzügen: Bei der Einigung Koreas musste er sich zeitweise gegen seine eigenen Landsleute wenden.
Vom Prinzen zum Hwarang
Kim Yoo-Sin wurde 595 als Mitglied der königlichen Familie im Königreich Kaya geboren, das noch in seiner Kindheit von Silla annektiert wurde. Seine Familie erhielt dafür hohe Posten in der Silla-Regentschaft. Bereits mit 15 Jahren schloss er sich dem Hwarang-Orden an – den „leuchtenden Rittern der Silla-Dynastie” – und war mit 18 Jahren ein vollendeter Schwertkämpfer.
In einer frühen, entscheidenden Schlacht gegen Koguryo, als eine Niederlage der Silla-Truppen unausweichlich schien, sprang Yoo-Sin mit seinem Pferd über die feindlichen Befestigungslinien, tötete die Leibwache des gegnerischen Generals und enthauptete ihn. Er brachte den abgetrennten Kopf zurück zu seinen Truppen und ließ ihn vor ihnen fallen – eine Tat, die seine Soldaten so sehr motivierte, dass sie die nun führerlosen Koguryo-Truppen vernichtend schlugen.
Der Sieben-Sterne-General und die Einigung Koreas
Mit 34 Jahren wurde Kim zum Oberbefehlshaber der Silla-Streitkräfte ernannt und als „Sieben-Sterne-General” bekannt. In dieser Funktion schmiedete er ein militärisches Bündnis mit dem chinesischen T’ang-Reich und brachte die beiden Königreiche Baekje und Koguryo in massive Bedrängnis. Trotz erbitterten Widerstands – unter anderem durch General Gae-Baek (siehe 12. Hyong) – belagerte und eroberte Kim 660 die Hauptstadt Baekjes. Anschließend besiegte er auch Koguryo, dessen Gebiet zwischen Silla und dem T’ang-Reich aufgeteilt wurde.
668 wurde Kim zum Premierminister von Silla ernannt und vereitelte kurz darauf eine Revolte gegen Königin Seondeok. Als sich nach der Einigung Koreas ein Konflikt mit dem einst verbündeten T’ang-Reich anbahnte – China verlangte, Silla solle eine chinesische Provinz werden –, mobilisierte Kim erfolgreich alle Kräfte des geeinten Koreas gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Invasoren. Er starb 673, mitten im Verteidigungskrieg, den die Silla-Armee erst drei Jahre später endgültig gewann – unter Beteiligung seines Sohnes Kim Won-Sul als General.
Legende und Wirklichkeit
Kim Yoo-Sins anhaltende Popularität hat über die letzten 1.500 Jahre zahlreiche Mythen entstehen lassen – darunter Geschichten, er habe die Geheimnisse militärischen Erfolgs von einem Berggott in einer Höhle gelernt, oder sei von drei Nymphengöttinnen vor einem Anschlag gewarnt worden. Diese Episoden sind Teil seiner offiziellen, staatlich anerkannten Biografie, gelten historisch aber als unwahrscheinlich – ein Beispiel dafür, wie Kim Aberglaube und Religion geschickt nutzte, um seine Untertanen zur Gefolgschaft zu bewegen.
Bewegungsablauf
Ausgangsstellung: geschlossene Achtungsstellung (Moa Sogi) → Vorbereitungsstellung „Warrior Stance B” (Schwertzug auf der rechten Seite).
| # | Bewegung | Stellung | Technik |
|---|---|---|---|
| 1 | Beidseitiger Ellbogen-Befreiungsstoß | Kima | Kima Yop-Palkup Ollyo Baegi |
| 2–3 | Winkelförmiger Fauststoß links/rechts (schnell) | Kima | Kima Kiokja Chirugi |
| 4–5 | Hakenblock rechts + Fauststoß links (schnell) | Kima | Kima Sudo Kolchyo Makki / Chungdan Chirugi |
| 6–7 | Hakenblock links + Fauststoß rechts (schnell) | Kima | Kima Sudo Kolchyo Makki / Chungdan Chirugi |
| 8 | Hoher seitlicher Ellenblock links | Chongul | Chongul Sangdan Pakkatpalmok Yop Makki |
| 9 | Kreisblock mit rechter Speiche | Chongul | Chongul Palmok Tollimyo Makki |
| 10–11 | Schaufelblock links + Fauststoß rechts | Kima | Kima Changkwon Turo Makki / Chungdan Chirugi |
| 12 | Hoher seitlicher Ellenblock rechts | Chongul | Chongul Sangdan Pakkatpalmok Yop Makki |
| 13 | Kreisblock mit linker Speiche | Chongul | Chongul Palmok Tollimyo Makki |
| 14–15 | Schaufelblock rechts + Fauststoß links | Kima | Kima Changkwon Turo Makki / Chungdan Chirugi |
| 16–19 | Fließende Hakenblock-/Fauststoß-Sequenz (rechts-links-rechts-links) | Chongul/Kima | Sangdan Sudo Pandae Kolchyo Makki / Chungdan Chirugi |
| 20–21 | Druckblock gekreuzte Fäuste + hebender Kreuzhandkantenblock | Chongul | Chongul Kyochajumok Nullo Makki / Kyochasudo Chukyo Makki |
| 22–24 | Befreiung/Hebel + Fauststoß rechts + Frontkick rechts + Fauststoß links | Chongul | Chungdan Pandae Chirugi / Ap Cha-Pusigi |
| 25–29 | Wiederholung der Sequenz 20–24 spiegelverkehrt | Chongul | (wie oben, seitenverkehrt) |
| 30–33 | Vier mittelhohe Handkanten-Schutzblöcke im Wechsel | Hugul | Hugul Chungdan Sudo Taebi Makki |
| 34–35 | Hoher Doppelunterarmblock + tiefer Unterarmblock (schnell) | Chongul | Chongul Sangdan Tu-Palmok Yop Makki / Hadan Palmok Pandae Makki |
| 36–37 | Spiegelverkehrte Wiederholung von 34–35 | Chongul | (wie oben, seitenverkehrt) |
| 38 | Mittelhoher Fauststoß rechts | Chongul | Chongul Chungdan Paro Chirugi |
| 39 | Hoher Block mit der linken Handinnenkante (Drehung) | Hugul | Hugul Sangdan Yoksudo Yop Makki |
| 40 | Geschlossene Vorbereitungsstellung C | Moa | Moa C Junbi Sogi |
| 41–42 | Umgedrehter Doppelfauststoß diagonal rechts/links | Chongul | Chongul Ssang-Kwon Twijibo Chirugi |
| 43–44 | Mittelhoher Speichenblock + Fauststoß | Hugul | Hugul Chungdan Anpalmok Yop Makki / Paro Chirugi |
| 45 | Winkelstoß rechts (geschlossener Stand) | Moa | Moa Kiokja Chirugi |
| 46–47 | Mittelhoher Speichenblock + Fauststoß (Gegenseite) | Hugul | Hugul Chungdan Anpalmok Yop Makki / Paro Chirugi |
| 48 | Winkelstoß links | Moa | Moa Kiokja Chirugi |
| 49–50 | U-förmiger Doppelfauststoß (beidseitig) | Kojong | Kojong Tigutcha Chirugi |
| 51 | Frontaler Faustrückenschlag in der Reiterstellung | Kima | Kima Sangdan Rikwon Ap Taerigi |
| 52–53 | Wellenkick + hoher Außen-/Innenblock (beidseitig) | Kima | Toro Chagi + Pakkatpalmok/Palmok Makki |
| 54 | Horizontaler Handrückenschlag rechts | Kima | Kima Yoksudo Supyong Taerigi |
| 55–56 | Halbmondtritt + seitlicher Durchstichtritt links | – | Pandal Chagi / Yop Cha-Jirugi |
| 57 | Horizontaler Handrückenschlag links | Kima | Kima Yoksudo Supyong Taerigi |
| 58–59 | Halbmondtritt + seitlicher Durchstichtritt rechts | – | Pandal Chagi / Yop Cha-Jirugi |
| 60–63 | 9-förmige Blöcke im Wechsel (beidseitig) | Kima | Kima Kutcha Makki |
| 64 | Abwärtsschlag mit der rechten Hammerfaust | Soojik (Vertikalstellung) | Soojik Yukwon Pandae Naeryo Taerigi |
| 65–66 | Hoher vertikaler Doppelfauststoß (beidseitig) | Chongul | Chongul Sangdan Ssang-Kwon Sewo Chirugi |
| 67–68 | Mittelhoher Schutzblock mit Handkanten (beidseitig) | Hugul | Hugul Chungdan Sudo Taebi Makki |
Rückkehr in die Vorbereitungsstellung „Warrior Stance B”, danach zurück in die Achtungsstellung.
Neu in dieser Form: seitliche Ellbogen-Befreiungsbewegung · hakenförmiger Handkantenblock in der Reiterstellung · hebender Kreuzhandkantenblock · geschlossene Vorbereitungsstellung C · U-förmiger Fauststoß · wischender Tritt (Wellenkick) · horizontaler Handrückenschlag · Halbmondtritt.
Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen: Yoo-Sin
Wie viele Bewegungen hat Yoo-Sin?
68 Bewegungen – die längste aller 20 traditionellen Formen.
Wer war General Kim Yoo-Sin?
Der berühmteste Kriegsheld der koreanischen Dreikönigsära (595–673), dem als Silla-Oberbefehlshaber 668 n. Chr. die Vereinigung der koreanischen Halbinsel gelang.
Was symbolisiert die ungewöhnliche Ausgangsstellung der Form?
Das Ziehen eines Schwertes auf der rechten, „falschen" Seite – ein Sinnbild dafür, dass Kim sich bei der Einigung Koreas zeitweise gegen seine eigenen Landsleute wenden musste.
Warum hat die Form 68 Bewegungen?
Als Verweis auf die letzten beiden Ziffern des Jahres 668 n. Chr., in dem die Einigung Koreas gelang.
Sind alle Legenden über Kim Yoo-Sin historisch belegt?
Nein – einige der bekanntesten Geschichten, etwa über Lehren von einem Berggott, gelten als spätere Ausschmückung seiner Biografie und sind historisch nicht gesichert.