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20. Mai 2001 · Quelle: Radio Chiemgau

Radio Chiemgau: Live-Bericht zur Eröffnung des Taekwon-Do Centers Traunreut Traunstein

Das Wichtigste in Kürze

  • Anlass: Live-Bericht zur Neueröffnung des Taekwon-Do Centers Traunreut Traunstein am 20. Mai 2001 in der Traunreuter Traunpassage.
  • Reporter Stefan Kretz befragte Schulleiter Thomas Könnecke direkt vor Ort in der Traunreuter Traunpassage zu seinem Werdegang und dem Taekwon-Do. Wer selbst einsteigen möchte, kann ein Probetraining vereinbaren.
  • Könnecke erklärte den technischen Unterschied zu Karate: dort rund 70 % Hand- und 30 % Beintechniken, beim traditionellen Taekwon-Do genau umgekehrt.
  • Traditionelles Taekwon-Do bestehe laut Könnecke aus drei gleichwertigen Säulen – Formenlauf, Selbstverteidigung und Bruchtest –, anders als das wettkampforientierte olympische Taekwon-Do.
  • Sendebeitrag von Radio Chiemgau vom 20. Mai 2001.

Am 20. Mai 2001 war Radio Chiemgau live vor Ort, als in der Traunreuter Traunpassage das traditionelle Taekwon-Do Center Traunreut Traunstein eröffnete. Reporter Stefan Kretz befragte Schulleiter Thomas Könnecke direkt vor Ort zu seinem Werdegang und zum Wesen des traditionellen Taekwon-Do.

Radio Chiemgau, 20. Mai 2001: Live-Bericht zur Eröffnung des Taekwon-Do Centers Traunreut Traunstein

Vom Ausprobieren zum Hängenbleiben

Auf die Frage, warum ausgerechnet Taekwon-Do, erzählte Könnecke von seinen Anfängen als Jugendlicher: Mit 16, 17 Jahren probierte er verschiedene Sportarten aus – beim Taekwon-Do blieb er schließlich hängen, weil es „genau das Richtige” für ihn war.

Mehr Bein- als Handtechnik

Den technischen Unterschied zu Karate erklärte Könnecke so: Beim Karate liegt der Schwerpunkt bei rund 70 % Hand- und 30 % Beintechniken. Beim traditionellen Taekwon-Do ist es genau umgekehrt – mehr Beintechniken, mehr hohe Techniken, mehr Sprungtechniken.

Traditionell statt olympisch

Auf die Nachfrage nach neuem oder reformiertem Taekwon-Do grenzte Könnecke das olympische Taekwon-Do ab: Dort stehe der Wettkampf im Vordergrund – seit einer Olympiade sogar als eigene Disziplin. Das traditionelle Taekwon-Do bestehe dagegen aus mehreren gleichwertigen Säulen: Formenlauf, Selbstverteidigung und Bruchtest. Wettkämpfe gebe es zwar hin und wieder, sie stünden aber nicht im Vordergrund – wichtiger sei der Aufbau eines gesunden Körpers. Deshalb verstehe er sich selbst eher als Lehrer denn als Sportler.

Durchsetzungsvermögen statt Kampf

Angesprochen auf den Kampfsport-Aspekt, sagte Könnecke, er habe sein Taekwon-Do bislang „Gott sei Dank” noch nie im Ernstfall anwenden müssen – und wolle das auch gar nicht. Was er dagegen ständig anwende, seien Durchsetzungsvermögen und Selbstdisziplin. Auf seinem eigenen Bildungsweg – Realschule, Lehre, Berufsoberschule und schließlich ein Studium der Wirtschaftsinformatik – habe er sich seine Grenzen immer wieder neu gesteckt, parallel zu seiner Taekwon-Do-Laufbahn. Das Studium sieht er als zweites Standbein neben dem Sport.

Radio Chiemgau, 20. Mai 2001: Live-Bericht von Reporter Stefan Kretz zur Eröffnung des Taekwon-Do Centers Traunreut Traunstein, mit einem Interview von Schulleiter Thomas Könnecke.

Vollständiges Transkript des Live-Berichts

Hi und hallo, heute meldet sich hier Ihr Chiemgau-Reporter Stefan Kretz aus Traunreut. Genauer gesagt aus der Traunpassage, denn hier findet heute die Neueröffnung des traditionellen Taekwon-Do Centers Traunreut Traunstein statt.

Taekwon-Do heißt übersetzt „Weg des Fußes und der Hand” – wohin mich mein Fuß und meine Hand gleich begleiten, das weiß ich schon, denn ich gehe jetzt gleich rein ins Taekwon-Do Center, werde mal mit dem Schulleiter Thomas Könnecke sprechen und ihm ein paar Sachen fragen.

Jetzt stehe ich neben Thomas Könnecke, dem Leiter der traditionellen Taekwon-Do-Kampfsportschule in Traunreut. Herr Könnecke, warum ausgerechnet Taekwon-Do als Kampfsportart?

Also, ich habe halt verschiedene Sachen ausprobiert als Jugendlicher, so mit 16, 17, und am Taekwon-Do bin ich einfach hängengeblieben. Das war halt genau das Richtige für mich, sage ich jetzt mal.

Wie ist denn da der Unterschied zu anderen Kampfsportarten, sprich Kung-Fu oder Karate?

Also, ich beziehe mich jetzt immer aufs traditionelle Taekwon-Do. Das ist, sage ich mal, beinlastiger als zum Beispiel beim Karate. Beim Karate werden ungefähr 70 Prozent Handtechniken hergenommen, 30 Prozent Beintechniken, und beim traditionellen Taekwon-Do ist es genau umgekehrt – also mehr Beintechniken, mehr hohe Techniken, Sprungtechniken.

Neugierig geworden? Ein Probetraining zeigt am besten, ob die Taekwon-Do Schulen Könnecke zu dir passen.

Probetraining anfragen

So, sie sprechen jetzt schon an: traditionelles Taekwon-Do. Gibt es da ein neues Taekwon-Do oder ein reformiertes?

Das moderne Taekwon-Do, praktisch das olympische Taekwon-Do, das ist halt, sage ich mal, Kampfsport – da wird in erster Linie auf den Wettkampf trainiert, und das ist ja eben auch olympisch geworden, war diesmal bei der Olympiade das erste Mal Disziplin. Und bei uns – also Taekwon-Do besteht ja aus mehreren Sachen, nicht nur aus dem Kampf: Da ist der Formenlauf dabei, es ist Selbstverteidigung dabei, Bruchtest ist mit dabei, und das traditionelle Taekwon-Do war halt ein Gleichgewicht zwischen den ganzen Säulen.

Wollen sie mehr Lehrer werden als Sportler, sprich, steht für sie nicht so sehr der Wettkampf, sondern das Training, das Lernen im Mittelpunkt ihres sportlichen Ziels, oder wollen sie sich selber auch immer wieder im Wettkampf messen?

Wie gesagt, bei uns im traditionellen Taekwon-Do gibt es schon hin und wieder mal Wettkämpfe, aber die stehen überhaupt nicht im Vordergrund, die gibt es dann vielleicht ab und zu mal so am Rande, das ist einfach eine Nebenerscheinung bei uns. Bei uns ist wichtig, den Körper aufzubauen, gesund zu sein, und deswegen sehe ich das Ganze jetzt auch mehr als Lehrer und nicht als Sportler.

Haben sie Taekwon-Do denn schon mal anwenden müssen, es ist ja doch eine Kampfsportart?

Also, ich habe es bis jetzt Gott sei Dank noch nicht anwenden müssen.

Und anwenden wollen?

Eigentlich – man muss sagen, Taekwon-Do ist jetzt nicht nur das Kämpfen, es kommt ja nicht aufs Kämpfen drauf an, es kommt darauf an, dass man Durchsetzungsvermögen hat, Selbstdisziplin – und diese Sachen habe ich oft anwenden müssen, die muss man immer wieder im Leben anwenden. Aber das Kämpfen an sich habe ich noch nicht anwenden müssen, auch nicht anwenden wollen.

Sie sind ja Wirtschaftsinformatik-Student, habe ich gelesen – heißt das, dass man vom Sport und der Liebe dazu alleine nicht leben kann, finanziell gesehen?

Ab einem gewissen Punkt kann man das sicherlich, aber wie gesagt, ich habe ja erst mit 17 Jahren Taekwon-Do angefangen, da habe ich nicht gesagt: Okay, jetzt mache ich das als Profi, sondern…

Ist es vielleicht auch als Sicherheit gedacht?

Es ist einfach, wie gesagt: Das steigert das Durchsetzungsvermögen und das Selbstvertrauen, die Selbstdisziplin, und ich habe für mich selbst meine Grenzen immer weiter gesteckt. Ich war nicht auf dem Gymnasium oder sowas, ich bin immer weitergegangen: Realschule, dann Lehre, dann gearbeitet, dann die BOS – das waren immer weitere Schritte, die sich einfach parallel zu meiner Taekwon-Do-Laufbahn entwickelt haben, und ich sehe es jetzt als ganz gutes zweites Standbein neben der Wirtschaftsinformatik.

Okay, dann wünsche ich erstmal einen erfolgreichen Start für die Schule, und danke.

Ja, das war es von mir, Stefan Kretz, aus Traunreut. Ich hoffe, Sie wissen jetzt mehr über Taekwon-Do – ich auch. Also, bis zum nächsten Mal, tschau!

Was am 20. Mai 2001 in einer einzigen Halle begann, ist heute ein Schulverbund mit über zehn Standorten. Zwei kostenlose Probetrainings, einfach vorbeikommen.

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Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen: Radio Chiemgau: Live-Bericht zur Eröffnung des Taekwon-Do Centers Traunreut Traunstein

Wann eröffnete das Taekwon-Do Center Traunreut Traunstein?

Das Taekwon-Do Center Traunreut Traunstein eröffnete am 20. Mai 2001 in der Traunreuter Traunpassage. Radio Chiemgau war live vor Ort und interviewte Schulleiter Thomas Könnecke zur Neueröffnung, unter anderem zu seinem eigenen Werdegang im traditionellen Taekwon-Do.

Was unterscheidet traditionelles Taekwon-Do laut dem Interview technisch von Karate?

Beim Karate liegt der technische Schwerpunkt laut Thomas Könnecke bei rund 70 Prozent Hand- und 30 Prozent Beintechniken. Beim traditionellen Taekwon-Do ist es genau umgekehrt: mehr Beintechniken, mehr hohe Techniken und mehr Sprungtechniken, wie er im Radio-Chiemgau-Interview 2001 erklärte.

Worin unterscheidet sich traditionelles von olympischem Taekwon-Do?

Olympisches Taekwon-Do ist laut Thomas Könnecke stark wettkampforientiert und seit einer Olympiade sogar eigene Disziplin. Traditionelles Taekwon-Do besteht dagegen aus mehreren gleichwertigen Säulen – Formenlauf, Selbstverteidigung und Bruchtest –, bei dem der Wettkampf nur eine Nebenerscheinung bleibt.

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