Hyong Nr. 10
Gwang-Gae 광개 · 廣開
„Erweiterer des Territoriums"
- Gürtelgrad
- 2. Kup (Rotgurt)
- Prüfung zum
- Rot-Schwarzgurt
- Bewegungen
- 39
Herkunft und Bedeutung
Namensgeber dieser Hyong ist Gwanggaeto, der 19. König der Goguryeo-Dynastie. Das Laufdiagramm der Form steht für die Rückeroberung verlorener Gebiete und die umfangreiche Ausdehnung des Königreichs bis in die westliche Mandschurei und die Innere Mongolei. Die 39 Bewegungen lassen sich auf die ersten beiden Ziffern des Jahres seiner Thronbesteigung, 391 n. Chr., beziehen – oder auf sein Sterbealter, da der König mit 39 Jahren einer unbekannten Krankheit erlag.
Das Laufdiagramm hat die Form des chinesischen Schriftzeichens für „Land” (土) und verweist auf die Rückeroberung von verlorenem Territorium und die anschließende Erweiterung des Herrschaftsgebiets. Die Konzeption der Hyong lässt eine interessante Interpretation zu: Mit der ersten Bewegung werden die Hände ruckartig auseinanderbewegt, als würde man Fesseln zerreißen. Der darauffolgende erste Bewegungsstrang bis einschließlich der zwölften Technik ist rein defensiver Natur, was sich als Freimachen von äußerer Bedrohung deuten lässt – bis dahin verläuft das Laufdiagramm auf einer geraden Linie, einem schmalen Pfad. Der zweite Teil der Hyong ist hingegen stark von Angriffstechniken dominiert, worin die offensive Erweiterung des eigenen Territoriums gesehen werden kann; das Laufdiagramm weitet sich in diesem Abschnitt entsprechend in die Breite.
König Gwanggaeto
Unter Gwanggaeto begann für das Königreich Goguryeo ein goldenes Zeitalter. Es wurde zu einer Großmacht in Ostasien. Gwanggaeto gelangen enorme Gebietsgewinne: Er führte Eroberungszüge bis in die westliche Mandschurei gegen Kitan-Stämme, in die Innere Mongolei und die heute russische Region Primorje gegen zahlreiche Völker und Stämme sowie ins Han-Flusstal im zentralen Korea. Damit kontrollierte er mehr als zwei Drittel der koreanischen Halbinsel.
Gwanggaeto besiegte Baekje, das damals mächtigste der Drei Reiche Koreas, als er 396 dessen Hauptstadt Wiryeseong im heutigen Seoul einnahm. 399 bat Silla, das Königreich im Südosten Koreas, Goguryeo um Hilfe gegen Einfälle durch Truppen Baekjes und dessen Verbündeten Wa vom japanischen Archipel. Gwanggaeto sandte 50.000 Krieger, die seine Feinde aufrieben und Silla faktisch zu einem Protektorat machten. Er unterwarf danach die anderen koreanischen Königreiche und erreichte eine Vereinigung der Halbinsel unter der Vorherrschaft Goguryeos.
Gwanggaeto starb 413 im Alter von 39 Jahren an einer unbekannten Krankheit. Seine Herrschaft dauerte 22 Jahre. Nachfolger wurde sein Sohn Jangsu, der Goguryeo während 79 Jahren bis zu seinem 98. Altersjahr regierte – die längste Regierungszeit in der Geschichte Ostasiens.
Landgewinn und Vermächtnis
Gwanggaetos Eroberungen gelten als der Zenit der koreanischen Geschichte, da er ein großes Reich in Nordostasien schuf und konsolidierte. Er eroberte 64 befestigte Städte und 1400 Dörfer; Archäologen haben in der heutigen Mongolei Goguryeo-Festungsruinen entdeckt, die auf die westliche Ausdehnung des Reiches schließen lassen.
„Gwanggaeto” war kein Geburtsname, sondern Bestandteil seines posthumen Ehrentitels, der seine außergewöhnlichen Eroberungen würdigen sollte – sinngemäß übersetzbar mit „Der Herrscher, der das Territorium ausdehnte”. Die Gwanggaeto-Stele, ein 6,39 Meter großes Denkmal, das sein Sohn Jangsu im Jahr 414 errichten ließ, wurde im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und trägt Inschriften über Gwanggaetos Herrschaft und seine Leistungen. Die südkoreanische Marine besitzt drei Zerstörer der Gwanggaeto-der-Große-Klasse, die zu Ehren des Herrschers benannt wurden.
Bewegungsablauf
Ausgangsstellung: geschlossene Achtungsstellung (Moa Sogi) → parallele Vorbereitungsstellung mit der „Himmelshand” (Hanulson Narani Junbi Sogi): Beide Hände ziehen im größtmöglichen Bogen von außen in die geschlossene Vorbereitungsstellung mit der umschlossenen rechten Faust, während das linke Bein kurz auf Kniehöhe angehoben wird.
| # | Bewegung | Stellung | Technik |
|---|---|---|---|
| 1 | Geschlossene Vorbereitungsstellung mit der umschlossenen rechten Faust | Moa | Moa Junbi Sogi B |
| 2 | Umgedrehter rechter Fauststoß | Chongul | Chongul Pandae Twijibo Chirugi |
| 3 | Umgedrehter linker Fauststoß | Chongul | Chongul Pandae Twijibo Chirugi |
| 4 | Hoher hakenförmiger Block mit der vorderen, rechten Handkante | Chongul | Chongul Sangdan Sudo Paro Kolchyo Makki |
| 5 | Tiefer Schutzblock mit beiden Handkanten | Hugul, rechtsgerichtet | Hugul Hadan Sudo Taebi Makki |
| 6 | Hoher hakenförmiger Block mit der vorderen, linken Handkante | Chongul | Chongul Sangdan Sudo Paro Kolchyo Makki |
| 7 | Tiefer Schutzblock mit beiden Handkanten | Hugul, linksgerichtet | Hugul Hadan Sudo Taebi Makki |
| 8 | Hoher Schutzblock mit beiden Handkanten | Twitbal, rechtsgerichtet | Twitbal Sangdan Sudo Taebi Makki |
| 9 | Hoher Schutzblock mit beiden Handkanten | Twitbal, linksgerichtet | Twitbal Sangdan Sudo Taebi Makki |
| 10 | Aufwärts geführter Block mit dem rechten Handballen | Chongul (links) | Chongul Changkwon Ollyo Makki |
| 11 | Aufwärts geführter Block mit dem linken Handballen | Chongul (rechts) | Chongul Changkwon Ollyo Makki |
| 12 | Tiefer frontaler Block mit der rechten Handkante (schlägt in die offene linke Handfläche) | Moa | Moa Hadan Sudo Ap Makki |
| 13 | Auswärts ausgeführter druckvoller Tritt links | – | Pakkuro Nullo Chagi |
| 14 | Hoher seitlicher Durchstichtritt links | – | Chungdan Yop Cha-Jirugi |
| 15 | Hoher nach innen ausgeführter Schlag mit der rechten Handkante | Hugul, rechtsgerichtet | Hugul Sangdan Sudo Anuro Taerigi |
| 16 | Abwärts geführter Schlag mit der linken Hammerfaust | Moa | Moa Yukwon Naeryo Taerigi |
| 17 | Auswärts ausgeführter druckvoller Tritt rechts | – | Pakkuro Nullo Chagi |
| 18 | Hoher seitlicher Durchstichtritt rechts | – | Chungdan Yop Cha-Jirugi |
| 19 | Hoher nach innen ausgeführter Schlag mit der linken Handkante | Hugul, linksgerichtet | Hugul Sangdan Sudo Anuro Taerigi |
| 20 | Abwärts geführter Schlag mit der rechten Hammerfaust | Moa | Moa Yukwon Naeryo Taerigi |
| 21 | Druckvoller Block mit dem rechten Handballen | Nachuo (tiefe linke Gangstellung) | Nachuo Changkwon Nullo Makki |
| 22 | Druckvoller Block mit dem linken Handballen | Nachuo (tiefe rechte Gangstellung) | Nachuo Changkwon Nullo Makki |
| 23 | Hoher seitlicher Schlag mit dem rechten Faustrücken | Kima | Kima Sangdan Rikwon Yop Taerigi |
| 24 | Mittelhoher Block mit beiden Unterarmen | Chongul (rechts) | Chongul Chungdan Tu-Palmok Yop Makki |
| 25 | Tiefer Block mit dem hinteren linken Unterarm | Chongul | Chongul Hadan Palmok Pandae Makki |
| 26 | Hoher Stich mit der vorderen, rechten flachen Speerhand | Nachuo (tiefe Gangstellung) | Nachuo Sangdan Pyonggwansu Paro Tulki |
| 27 | Hoher seitlicher Schlag mit dem linken Faustrücken | Kima | Kima Sangdan Rikwon Yop Taerigi |
| 28 | Mittelhoher Block mit beiden Unterarmen | Chongul (links) | Chongul Chungdan Tu-Palmok Yop Makki |
| 29 | Tiefer Block mit dem hinteren Unterarm | Chongul | Chongul Hadan Palmok Pandae Makki |
| 30 | Hoher Stich mit der vorderen flachen Speerhand | Nachuo (tiefe Gangstellung) | Nachuo Sangdan Pyonggwansu Paro Tulki |
| 31 | Hoher vertikaler Doppelfauststoß | Chongul (rechts) | Chongul Sangdan Ssang-Kwon Sewo Chirugi |
| 32 | Umgedrehter Doppelfauststoß | Chongul (links) | Chongul Ssang-Kwon Twijibo Chirugi |
| 33 | Mittelhoher frontaler rechter Schnapptritt | – | Chungdan Ap Cha-Pusigi |
| 34 | Mittelhoher Schutzblock mit beiden Handkanten | Hugul, linksgerichtet | Hugul Chungdan Sudo Taebi Makki |
| 35 | Hoher Fauststoß mit dem vorderen Arm | Chongul (links) | Chongul Sangdan Paro Chirugi |
| 36 | Umgedrehter Doppelfauststoß | Chongul (rechts) | Chongul Ssang-Kwon Twijibo Chirugi |
| 37 | Mittelhoher frontaler linker Schnapptritt | – | Chungdan Ap Cha-Pusigi |
| 38 | Mittelhoher Schutzblock mit beiden Handkanten | Hugul, rechtsgerichtet | Hugul Chungdan Sudo Taebi Makki |
| 39 | Hoher Fauststoß mit dem vorderen Arm | Chongul (rechts) | Chongul Sangdan Paro Chirugi |
Rückkehr in die Vorbereitungsstellung mit der Himmelshand, danach zurück in die Achtungsstellung.
Erstmals in dieser Form: geschlossene Vorbereitungsstellung mit der Himmelshand (Hanulson) · umgedrehter Fauststoß in der Gangstellung · Doppel-Step im Vorwärtsschritt · hoher Schutzblock mit beiden Handkanten im Hinterfußstand · aufwärts geführter Block mit dem Handballen · tiefer frontaler Block mit der Handkante in der geschlossenen Stellung · auswärts ausgeführter druckvoller Tritt · abwärts geführter Schlag mit der Hammerfaust · mittelhoher Block mit beiden Unterarmen in der Gangstellung · tiefer Block mit dem hinteren Unterarm · hoher Stich mit der vorderen flachen Speerhand in der tiefen Gangstellung · hoher Fauststoß mit dem vorderen Arm in der Gangstellung.
Video
Hyong als Video
Der Bewegungsablauf von Gwang-Gae ist hier aus der Front- und der Seitenansicht zu sehen.
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Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen: Gwang-Gae
Wie viele Bewegungen hat Gwang-Gae?
39 Bewegungen.
Wer war König Gwanggaeto?
Der 19. König des Reiches Goguryeo (reg. 391–413 n. Chr.), der Korea durch seine Feldzüge territorial stärker erweiterte als jeder andere Herrscher vor oder nach ihm und mehr als zwei Drittel der koreanischen Halbinsel kontrollierte.
Wofür stehen die 39 Bewegungen?
Entweder für die ersten beiden Ziffern des Jahres 391, in dem Gwanggaeto den Thron bestieg, oder für sein Sterbealter von 39 Jahren.
Was bedeutet das Laufdiagramm?
Es bildet das chinesische Schriftzeichen für „Land" (土) nach und symbolisiert im ersten, defensiven Teil der Form das Freimachen von Bedrohung, im zweiten, offensiven Teil die Ausdehnung des eigenen Territoriums.