Hyong Nr. 4

Won-Hyo 원효 · 元曉

„Aufgehende Sonne"

Gelber Taekwon-Do Gürtel
Gürtelgrad
8. Kup (Gelbgurt)
Prüfung zum
Gelb-Grüngurt
Bewegungen
28
Laufdiagramm der Form Won-Hyo

Herkunft und Bedeutung

Won-Hyo (617–686) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der koreanischen Geschichte. Er wird oft nur auf den Satz reduziert, er habe 686 n. Chr. den Buddhismus in der Silla-Dynastie eingeführt – das wird seinem tatsächlichen Einfluss aber kaum gerecht, denn der Buddhismus war bereits lange vor seiner Geburt nach Korea gelangt. Seine eigentliche Leistung bestand darin, die verschiedenen buddhistischen Schulen miteinander zu versöhnen und die Lehre für die breite Bevölkerung verständlich zu machen.

Vom Gelehrten zum Volkslehrer

Won-Hyo wurde 617 während der Zeit der Drei Königreiche geboren. Schon jung trat er als buddhistischer Mönch in ein Kloster ein und entwickelte sich zu einem außergewöhnlich begabten Gelehrten. Er verfasste mehr als 80 Werke, die nicht nur in Korea, sondern auch in China und Japan große Verbreitung fanden.

Anders als viele seiner Zeitgenossen wollte Won-Hyo jedoch nicht nur Gelehrte erreichen. Er war überzeugt, dass die buddhistische Lehre jedem Menschen offenstehen müsse, unabhängig von Herkunft oder Bildung. Deshalb verließ er das zurückgezogene Klosterleben und zog als wandernder Lehrer durchs Land. Mit Liedern, Geschichten und einfachen Gleichnissen erklärte er den Menschen philosophische Inhalte, die zuvor fast ausschließlich der gebildeten Oberschicht vorbehalten gewesen waren.

Die Erleuchtung in der Schädelhöhle

Der junge Won-Hyo reiste mit dem Mönch Uisang nach China, um den Buddhismus zu studieren. Auf der Suche nach einer Unterkunft fanden sie in der Nacht eine leerstehende Behausung. Mitten in der Nacht erwachte Won-Hyo mit brennendem Durst und fand tastend einen Napf mit frischem Wasser. Bei Tagesanbruch stellte sich heraus, dass sie die Nacht in einer Grabkammer verbracht hatten und der Napf ein menschlicher Schädel war.

Angewidert erbrach sich Won-Hyo – doch im selben Augenblick gelangte er zu der Einsicht, dass alle Phänomene nichts anderes als Bewusstsein seien: Solange er nicht wusste, dass das Wasser aus einem Schädel stammte, schmeckte es ihm hervorragend; erst die Erkenntnis verwandelte seine Unbekümmertheit in Ekel. Gegensätze wie Reinheit und Unreinheit werden demnach nur vom Bewusstsein gebildet, existieren aber nicht in den Dingen selbst. Er brach die Reise nach China ab, weil ihm klar wurde, dass die Wahrheit nicht an einem bestimmten Ort zu finden ist, sondern im eigenen Geist. Diese Geschichte gilt bis heute als eines der bekanntesten Sinnbilder des koreanischen Buddhismus.

Erwachen des Geistes

Das Pseudonym Won-Hyo bedeutet übersetzt „aufgehende Sonne” oder „Morgendämmerung” – im Buddhismus ein häufiges Sinnbild für das Erwachen des Geistes: Die Dunkelheit steht für Unwissenheit, das erste Licht des Tages für Erkenntnis und Weisheit. Won-Hyo war der Ordensname (Dharma-Name), den er als Mönch annahm; sein ursprünglicher Familienname war Seol.

Won-Hyo wirkte in einer Zeit tiefgreifender politischer Veränderungen: Kurz nach seinem Tod gelang es dem Königreich Silla, einen großen Teil der koreanischen Halbinsel zu vereinen, und seine Philosophie trug wesentlich dazu bei, eine gemeinsame geistige Grundlage für das entstehende Reich zu schaffen. Seine Hyong erinnert daran, dass wahre Stärke nicht allein aus körperlicher Technik entsteht, sondern ebenso aus Erkenntnis, Mitgefühl und einem klaren Geist.

Bewegungsablauf

Ausgangsstellung: geschlossene Achtungsstellung (Moa Sogi) → geschlossene Vorbereitungsstellung, linke Hand umschließt rechte Faust auf Kinnhöhe (Moa Junbi Sogi A).

#BewegungStellungTechnik
1Zwillingsblock mit beiden UnterarmenHugul, rechtsgerichtetHugul Palmok Ssang Makki
2Hoher Schlag nach innen mit der rechten HandkanteHugul, rechtsgerichtetHugul Sangdan Sudo Anuro Taerigi
3Mittelhoher Fauststoß links (vorderer Fuß gleitet in festen Stand)KojongKojong Chungdan Chirugi
4Zwillingsblock mit beiden UnterarmenHugul, linksgerichtetHugul Palmok Ssang Makki
5Hoher Schlag nach innen mit der linken HandkanteHugul, linksgerichtetHugul Sangdan Sudo Anuro Taerigi
6Mittelhoher Fauststoß rechts (vorderer Fuß gleitet in festen Stand)KojongKojong Chungdan Chirugi
7Vorbereitende Beugehaltung A mit dem linken BeinGuburyoGuburyo A Junbi Sogi
8Mittelhoher seitlicher Durchstichtritt linksChungdan Yop Cha-Jirugi
9Mittelhoher Schutzblock mit beiden HandkantenHugul, rechtsgerichtetHugul Chungdan Sudo Taebi Makki
10Mittelhoher Schutzblock mit beiden HandkantenHugul, linksgerichtetHugul Chungdan Sudo Taebi Makki
11Mittelhoher Schutzblock mit beiden HandkantenHugul, rechtsgerichtetHugul Chungdan Sudo Taebi Makki
12Stich mit der rechten geraden SpeerhandChongulChongul Chonggwansu Tulki
13Zwillingsblock mit beiden UnterarmenHugul, rechtsgerichtetHugul Palmok Ssang Makki
14Hoher Schlag nach innen mit der rechten HandkanteHugul, rechtsgerichtetHugul Sangdan Sudo Anuro Taerigi
15Mittelhoher Fauststoß linksKojongKojong Chungdan Chirugi
16Zwillingsblock mit beiden UnterarmenHugul, linksgerichtetHugul Palmok Ssang Makki
17Hoher Schlag nach innen mit der linken HandkanteHugul, linksgerichtetHugul Sangdan Sudo Anuro Taerigi
18Mittelhoher Fauststoß rechtsKojongKojong Chungdan Chirugi
19Kreisförmiger Block mit der rechten SpeicheChongulChongul Palmok Tollimyo Makki
20Frontaler Schnapptritt rechtsAp Cha-Pusigi
21Mittelhoher Fauststoß mit dem hinteren, linken ArmChongulChongul Chungdan Pandae Chirugi
22Kreisförmiger Block mit der linken SpeicheChongulChongul Palmok Tollimyo Makki
23Frontaler Schnapptritt linksAp Cha-Pusigi
24Mittelhoher Fauststoß mit dem hinteren, rechten ArmChongulChongul Chungdan Pandae Chirugi
25Vorbereitende Beugehaltung A mit dem rechten BeinGuburyoGuburyo A Junbi Sogi
26Mittelhoher seitlicher Durchstichtritt rechtsChungdan Yop Cha-Jirugi
27Mittelhoher Schutzblock mit beiden UnterarmenHugul, rechtsgerichtetHugul Chungdan Palmok Taebi Makki
28Mittelhoher Schutzblock mit beiden UnterarmenHugul, linksgerichtetHugul Chungdan Palmok Taebi Makki

Rückkehr in die Vorbereitungsstellung, danach zurück in die Achtungsstellung.

Neu in dieser Form: hoher nach innen ausgeführter Schlag mit der Handkante in der L-Stellung · mittelhoher Fauststoß in der festen Stellung · vorbereitende Beugehaltung A · mittelhoher seitlicher Durchstichtritt · kreisförmiger Block mit der Speiche in der Gangstellung · mittelhoher Schutzblock mit beiden Unterarmen in der L-Stellung.

Video

Hyong als Video

Der Bewegungsablauf von Won-Hyo ist hier aus der Front- und der Seitenansicht zu sehen.

Frontansicht

Vorschaubild: Won-Hyo Hyong – Frontansicht

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Seitenansicht

Vorschaubild: Won-Hyo Hyong – Seitenansicht

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Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen: Won-Hyo

Wie viele Bewegungen hat Won-Hyo?

28 Bewegungen.

Wer war Won-Hyo?

Ein buddhistischer Mönch und Gelehrter (617–686), der die verschiedenen buddhistischen Schulen Koreas versöhnte und die Lehre für die einfache Bevölkerung verständlich machte.

Was bedeutet der Name „Won-Hyo"?

„Aufgehende Sonne" oder „Morgendämmerung" – ein Sinnbild für das Erwachen des Geistes von der Unwissenheit zur Erkenntnis.

Was ist die Geschichte von der Erleuchtung in der Schädelhöhle?

Won-Hyo trank nachts unwissentlich aus einem menschlichen Schädel und erkannte am nächsten Morgen, dass sein Ekel erst durch das Wissen um die Herkunft des Wassers entstand – eine Einsicht, die ihn lehrte, dass Reinheit und Unreinheit reine Erzeugnisse des Bewusstseins sind.