Magazin „Meisterschaft bedeutet Verantwortung"
Thomas Könnecke im großen Interview mit Taekwondo Aktuell über Führung, Werte und die Zukunft des Verbandes
Das Wichtigste in Kürze
- Dreiseitiges Interview (Seiten 20–22) mit Thomas Könnecke, 6. Dan, als neuem Vorsitzenden des Traditional Taekwon-Do Centers e. V. (TTC) seit dem 25. November 2025.
- Rückblick auf über 35 Jahre Taekwon-Do und 25 Jahre als Schulleiter, geprägt von Großmeister Kwon Jae-Hwa, seinem ersten Lehrer Franz Eberl und Hans Kaiser.
- Ankündigung eines verbandsunabhängigen, offenen Lehrgangs am 11. und 12. Juli 2026 in Salzburg zur Vernetzung von Schulleiterinnen und Schulleitern.
- Kurzinterview „Thomas Könnecke in a nutshell" auf Seite 22 mit sechs Schnellfragen, geführt von Maximilian Metzner.
Die Ausgabe 05/2026 von Taekwondo Aktuell stellt auf ihrem Titelblatt das 50-jährige Jubiläum der Europäischen Taekwondo-Union mit ETU-Präsident Sakis Pragalos in den Mittelpunkt. Im Innenteil, auf den Seiten 20 bis 22, druckt das Magazin ein dreiseitiges Interview mit Großmeister Thomas Könnecke unter dem Titel „Meisterschaft bedeutet Verantwortung.” Er spricht darin über seinen Weg zum 6. Dan, seine neue Rolle als Vorsitzender des Traditional Taekwon-Do Centers e. V. (TTC) und seine Pläne für den Verband. Erst wenige Monate zuvor hatte Taekwondo Aktuell bereits berichtet, als Könnecke im Rahmen des Jubiläums „60 Jahre Taekwon-Do in Europa” auf dem Titel der Ausgabe 02/2026 zu sehen war.
Vom zurückhaltenden Anfänger zum Verbandsvorsitzenden
Auf die Frage, was Taekwondo heute für ihn bedeutet, beschreibt Thomas Könnecke eine schrittweise Entwicklung: Am Anfang habe ein klarer Gedanke der Selbstverteidigung gestanden, ausgelöst durch persönliche Erfahrungen. Aus dem zurückhaltenden Menschen, der er einmal war, sei durch das Training über die Jahre jemand geworden, der auf über 35 Jahre eigenes Taekwondo und 25 Jahre als Schulleiter zurückblickt. Sein zentraler Punkt: nicht aufzugeben, denn Taekwondo sei „kein Sprint, sondern ein Marathon”.
Den entscheidenden Wendepunkt verortet er nicht in einem einzelnen Moment, sondern im Übergang zum Unterrichten. Sobald man beginne, Verantwortung für andere zu übernehmen, verändere sich der Blick auf Taekwondo grundlegend: Technik werde vom rein selbst Ausgeführten zu etwas, das man vermitteln und vorleben müsse. Mit jeder zusätzlichen Aufgabe verschiebe sich der Fokus stärker vom „Ich” hin zum „Wir”.
Vom Vermittler zum Begleiter
Auf seine mehreren Standorte im Raum Traunstein und Salzburg angesprochen, beschreibt Thomas Könnecke einen Wandel seiner Lehrerrolle: Früher habe sein Fokus stärker auf der reinen Technikvermittlung gelegen, heute stehe die individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund. Er sehe sich heute mehr als Begleiter denn als reinen Vermittler – mit dem Ziel, Potenziale zu erkennen und Menschen persönlich wie sportlich gezielt zu fördern.
Was einen Großmeister von einem guten Techniker unterscheidet
Für Thomas Könnecke steht der 6. Dan für mehr als technisches Können. Bis zum 4. Dan zähle vor allem die eigene Leistung, ab dem 5. Dan verändere sich der Maßstab grundlegend: Dann zeige ein Dan-Träger, was er dem Taekwondo gegeben hat – über seine Schüler, seine Schule und das, was er aufgebaut hat. Sein Fazit: „Ein guter Techniker kann Bewegungen perfekt ausführen. Ein Großmeister entwickelt Menschen und Strukturen.”
Prägende Weggefährten: Kwon Jae-Hwa, Franz Eberl und Hans Kaiser
Auf seinem Weg zum 6. Dan nennt Thomas Könnecke mehrere prägende Personen. Großmeister Kwon Jae-Hwa habe ihn nicht nur technisch, sondern vor allem durch Haltung und Führungsstärke beeinflusst – über mehrere Jahre habe er organisatorische Aufgaben für ihn übernommen und dabei einen neuen Blick auf Verantwortung gewonnen. Seinem ersten Lehrer Franz Eberl aus Ottobrunn schreibt er zu, die „stetig brennende Flamme” für das traditionelle Taekwondo in ihm entfacht zu haben. Auch Hans Kaiser habe ihn in der Aufbauphase des Verbandes durch klare Führung und Erfahrung geprägt.
Neuer Vorsitzender seit November 2025
Im November 2025 wurde Thomas Könnecke zum Vorsitzenden des TTC e. V. gewählt – nach eigener Aussage kein langfristig geplantes Ziel, sondern eine Entwicklung aus der Notwendigkeit heraus: Nach dem Rückzug von Großmeister Kwon Jae-Hwa musste Verantwortung im traditionellen Taekwondo neu verteilt werden, woraus der TTC mit Hans Kaiser als erstem Vorsitzenden hervorging. Könnecke erklärte sich für den Vorsitz bereit, weil ihm Taekwondo „unglaublich viel gegeben hat” und er etwas zurückgeben möchte. Ein zentrales Anliegen ist ihm dabei die Vernetzung zwischen erfahrenen und jungen Schulleiterinnen und Schulleitern; er sieht sich selbst vor allem als Moderator, der unterschiedliche Interessen zusammenbringt.
Vernetzung als zentrales Projekt: offener Lehrgang in Salzburg
Als konkrete Maßnahme kündigt Thomas Könnecke einen großen, bewusst verbandsunabhängigen offenen Lehrgang am 11. und 12. Juli 2026 in Salzburg an. Teilnehmen kann jeder, der sich für traditionelles Taekwondo interessiert. Neben dem Unterricht durch Großmeister soll vor allem der Austausch am Rand der Matte Raum bekommen – insbesondere zwischen erfahrenen Schulleiterinnen und Schulleitern mit viel Wissen und der jungen Generation mit neuen Impulsen.
Das Nationalteam als Sprungbrett für den Nachwuchs
Junge Schulleiterinnen und Schulleiter sowie das Nationalteam bezeichnet Thomas Könnecke als zentralen Bestandteil der Verbandsarbeit. Das Nationalteam biete jungen, engagierten Taekwondo-Praktizierenden die Möglichkeit, sich zu vernetzen, gemeinsam zu trainieren und Erfahrungen zu sammeln – Erfahrungen, die er selbst durch seine deutschlandweiten und internationalen Reisen, etwa nach New York, gemacht hat. Mehrere junge Menschen hätten sich dadurch bereits entschlossen, eigene Schulen zu eröffnen.
Ziele für die Amtszeit: moderner, transparenter, professioneller
Für seine Amtszeit will Thomas Könnecke auf dem bestehenden Fundament des Verbandes aufbauen und ihn gleichzeitig moderner und transparenter machen – etwa durch bessere interne Kommunikation über digitale Strukturen. Bereits etablierte strukturierte Dan-Prüfungen sollen perspektivisch um Übungsleiterscheine ergänzt werden. Im Kern gehe es aber immer darum, Menschen zusammenzubringen und eine starke Gemeinschaft zu schaffen.
Werte im Taekwondo: Integrität statt Gegeneinander
Als wichtigste Werte im Taekwondo nennt Thomas Könnecke Disziplin als Grundlage, vor allem aber Integrität – dass man lebt, was man sagt. Ebenso wichtig sei es, unabhängig vom eigenen Leistungsniveau sein Bestes zu geben. Taekwondo sei immer eine Gemeinschaft: Es solle kein Gegeneinander geben, sondern ein Miteinander, in dem die Stärke anderer als Ansporn dient statt Frust zu erzeugen.
Tradition und Moderne in Einklang bringen
Die größte Herausforderung für das traditionelle Taekwondo sieht Thomas Könnecke darin, Tradition und Moderne in Einklang zu bringen. Weil sich Gesellschaft und Erwartungen wandeln, müsse ein moderner Verband offen für neue Entwicklungen bleiben, ohne dabei seine Werte zu verlieren. Gelinge dieser Spagat, sehe er eine sehr gute Zukunft für das traditionelle Taekwondo. Geführt wurde das Interview von Maximilian Metzner.
Thomas Könnecke „in a nutshell”
Im begleitenden Kurzinterview auf Seite 22 beantwortet Thomas Könnecke sechs Schnellfragen:
- Lieblingstechnik: Keine einzelne – er liebe Taekwondo in seiner Gesamtheit und das intuitive Aufgehen in Technikkombinationen.
- Imposantester Bruchtest: wahrscheinlich der Fingerspitzenstoß durch drei bis vier Ytongplatten.
- Wichtigste Aufgabe eines 6. Dan heute: Verantwortung übernehmen und aktiv zur Weiterentwicklung des Taekwondo beitragen.
- Persönliches Vorbild: Hans-Ferdinand Hunkel, dessen Ansichten zum Verband und dessen Menschlichkeit ihn nachhaltig geprägt haben.
- Wichtigster Wert für Schüler: Disziplin und Durchhaltevermögen – besonders auf dem Weg zum Schwarzgurt.
- Rat an junge Dan-Anwärter: Der erste Dan ist kein Ziel, sondern ein Anfang; Taekwondo sei ein lebenslanger Weg.
Der Originalbericht in Taekwondo Aktuell
Der Beitrag erschien in Taekwondo Aktuell, 52. Jahrgang, Ausgabe 05/2026, auf den Seiten 20 bis 22. Die folgenden Aufnahmen dokumentieren den vollständigen gedruckten Beitrag in seiner ursprünglichen Seitengestaltung.



Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen: „Meisterschaft bedeutet Verantwortung"
Worum geht es im Interview mit Thomas Könnecke in Taekwondo Aktuell 05/2026?
Taekwondo Aktuell führt auf den Seiten 20 bis 22 ein dreiseitiges Interview mit Thomas Könnecke unter dem Titel „Meisterschaft bedeutet Verantwortung." Er blickt darin auf über 35 Jahre eigenes Taekwondo und 25 Jahre als Schulleiter zurück, ordnet seine neue Rolle als TTC-Vorsitzender ein und erläutert Werte, Führungsverantwortung sowie geplante Maßnahmen zur Vernetzung und Nachwuchsförderung im Verband.
Seit wann ist Thomas Könnecke Vorsitzender des Traditional Taekwon-Do Centers e. V.?
Thomas Könnecke wurde bei der Vorstandswahl am 25. November 2025 in Bad Tölz zum Vorsitzenden des TTC e. V. gewählt. Laut Interview war dieser Schritt kein langfristig geplantes Ziel, sondern ergab sich aus dem Rückzug von Großmeister Kwon Jae-Hwa und der damit nötigen Neuverteilung der Verantwortung im traditionellen Taekwondo. Er folgt auf Hans Kaiser, den ersten Vorsitzenden des Verbandes.
Welche Personen nennt Thomas Könnecke als prägend für seinen Weg?
Als prägendste Persönlichkeit nennt Thomas Könnecke Großmeister Kwon Jae-Hwa, für den er über mehrere Jahre organisatorische Aufgaben übernommen hat. Ebenso dankbar zeigt er sich seinem ersten Lehrer Franz Eberl aus Ottobrunn sowie Hans Kaiser, dem er wichtige Impulse für die Aufbauphase des Verbandes zuschreibt. Im begleitenden Kurzinterview nennt er zusätzlich Hans-Ferdinand Hunkel als persönliches Vorbild.
Welches Projekt kündigt Thomas Könnecke für 2026 an?
Als zentrales Vernetzungsprojekt kündigt Thomas Könnecke einen großen, bewusst verbandsunabhängigen offenen Lehrgang am 11. und 12. Juli 2026 in Salzburg an. Teilnehmen kann laut Interview jeder, der sich für traditionelles Taekwondo interessiert. Neben dem Unterricht durch Großmeister soll der Lehrgang vor allem Raum für Austausch zwischen erfahrenen und jungen Schulleiterinnen und Schulleitern schaffen.
Was verrät das Kurzinterview „Thomas Könnecke in a nutshell" auf Seite 22?
In sechs Schnellfragen nennt Thomas Könnecke als imposantesten Bruchtest den Fingerspitzenstoß durch drei bis vier Ytongplatten, verzichtet bewusst auf eine einzelne Lieblingstechnik zugunsten der Gesamtheit des Taekwondo und beschreibt Disziplin sowie Durchhaltevermögen als wichtigsten Wert für Schüler auf dem Weg zum Schwarzgurt. Sein Rat an junge Dan-Anwärter: Der erste Dan sei kein Ziel, sondern erst ein Anfang.
Was sieht Thomas Könnecke als größte Herausforderung für das traditionelle Taekwondo?
Die größte Herausforderung besteht laut Thomas Könnecke darin, Tradition und Moderne in Einklang zu bringen. Weil sich Gesellschaft und Erwartungen wandeln, müsse ein moderner Verband offen für neue Entwicklungen bleiben, ohne seine Werte zu verlieren. Gelinge dieser Spagat, sehe er eine sehr gute Zukunft für das traditionelle Taekwondo.
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